Datierung – Gesetz und Food Waste im Clinch!

18.09.2019

In den letzten Tagen war zu lesen, dass unser Mitglied Christoph Jenzer seine Fleischprodukte mit dem klaren Ziel der Reduktion von Food Waste gleichzeitig mit «zu verbrauchen bis» und «gefroren bei –20 °C haltbar bis» bezeichnet respektive klar deklariert.

Im Bewusstsein, dass er eigentlich illegal handelt, hat er zusammen mit der von Nationalrätin Daniela Schneeberger (FDP/BL) aktuell eingereichten Interpellation eine wichtige Diskussion angestossen. Die angesichts einer Beanstandung und seiner diesbezüglich erfolgten Einsprache dazu, wie auch das ihm entgegengebrachte Wohlwollen einzelner Vollzugspersonen und die anscheinende Anwendung in weiteren Kantonen, bedürfen nun der Klärung durch die zuständigen Behörden.

Der SFF hat dazu im Rahmen von «Stretto 3» zur Vermeidung von potenziellen Missbrauchsfällen bereits vorgeschlagen, anstelle des parallelen Gefrierdatums die Zusatzinformation «Durch das Tiefgefrieren auf mindestens –18 °C in der Frist bis zum Ablauf des «Best before»-Datums verlängert sich die Haltbarkeit um X Monate» zu verwenden. Erste Signale behördenseits gehen dahin, dass diese Art der Information zwar wohl für die Endkonsumenten, nicht aber den Zwischenhandel zulässig sei.

Vor rund vier Jahren wurde im Rahmen der damaligen Vernehmlassung zu «Largo» erfolglos angeregt, das Verbrauchs- und das Mindesthaltbarkeits- (MHD) durch ein einheitliches «Best before»-Datum abzulösen. Dies deshalb, weil viele Konsumentinnen und Konsumenten ein Lebensmittel nach Überschreiten des jeweiligen Datums als ungeniessbar taxieren und einfach fortwerfen; oft vermögen sie auch die beiden Daten nicht zu unterscheiden. Mit einem «am besten vor»-Datum liesse sich hingegen ein positiv besetzter Begriff einführen, der die Eigenverantwortung bei der Beurteilung der Lebensmittel stärken würde. Vom Gesetzgeber her und analog zur EU bzw. dem internationalen Codex alimentarius scheint es, dass das Verbrauchsdatum für gekühlte Lebensmittel auch weiterhin der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz und das MHD für die übrigen dem Qualitätsaspekt zu dienen haben. Gleichwohl sei die Frage erlaubt, ob ein Zusammenführen der beiden Daten in einem «Best before»-Datum nicht zielführender wäre – ein Anstoss, den es auch international zu verfolgen gilt!

Ruedi Hadorn, SFF-Direktor

 
 
 
 
Elias Welti, Leiter Kommunikation und stv. Direktor SFF
 
 
 
 
 

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