Wir alle bleiben gefordert!

27.05.2020

Noch immer ist das Coronavirus das weltweit alles dominierende Thema, und hoffnungsvolle wie auch negative Nachrichten wechseln sich unentwegt ab.

So stellt auch hierzulande das schrittweise Heran­tasten an die Normalität angesichts einer möglichen zweiten Covid-19-Welle nach wie vor eine äusserst grosse Herausforderung für alle Beteiligten dar, fehlen doch noch immer die entsprechenden Erfahrungswerte.
Gleichwohl rücken die vor der Corona-Krise anstehenden Themen wieder vermehrt in den Vordergrund, insbesondere auch in der Politik. Hierbei ist einerseits die Agrarpolitik ab 2022 (AP 22+) mit all ihren unterschiedlichen Facetten zu nennen (vgl. letzte Ausgabe), andererseits gelangt wohl als Folge eines Berichtes der Bundesbehörden von Mitte Januar der Tierschutz beim Schlachten wieder in den Fokus des öffentlichen Interesses. So wird z. B. im Rahmen der Kommissionsmotion 20.3005 gefordert, dass die Schlachtmethode der Tiere, insbesondere ob betäubt oder nicht, bei sämtlichem Fleisch zu deklarieren sei – dies unabhängig davon, dass in der Schweiz das Schächten von Gesetzes wegen schon lange verboten ist und auch bei den Einfuhren über das normale Teilzollkontingent 5.7 die grösseren Importeure bereits schriftlich bestätigt haben, dass sie ausnahmslos Fleisch von vor dem Entbluten betäubten Tiere einführen. Die Motion 20.3023 von SP-Ständerat Daniel Jositsch verlangt zudem die obligatorische Videoüberwachung in Schlachtbetrieben, die soeben durch die Motion 20.3044 der grünen Nationalrätin Meret Schneider mit der Forderung nach einer unabhängigen Kontrolle von Betäubung und Entbluten in Schlachtbetrieben durch die Veterinärbehörden verdeutlicht wurde. Obwohl diverse Schritte in Bezug auf Verbesserungen in der Aus- und Weiterbildung des Schlachthofpersonals wie auch der Fortschritte in der Selbstkontrolle eingeleitet sind bzw. umgesetzt werden, ist und bleibt das Thema in Öffentlichkeit und Politik hochemotional. Fragen der Wahrung der Persönlichkeitsrechte und des Datenschutzes, aber auch der Übernahme der entstehenden Kosten werden dabei gerne verdrängt. Umso mehr ist anzustreben, dass in den anstehenden politischen Diskussionen das objektive Abwägen von Pros und Contras die Oberhand behält und so wirklich zielführenden Lösungen zum Durchbruch verholfen wird.

Ivo Bischofberger, Präsident
Ruedi Hadorn, Direktor

 
 
 
 
 

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