Nachhaltigkeit und Fleisch – alles klar?

13.11.2019

Nebst all den bekannten Fragestellungen wird das Lebensmittel Fleisch auch im Zusammenhang mit der in der Öffentlichkeit hoch aktuellen Klimadiskussion immer wieder ernsthaft hinterfragt.

Von den drei Nachhaltigkeitsachsen steht dabei meist die Ökologie im Vordergrund, während die Ökonomie und das Soziale hintanstehen.
Gerade im Bereich der Ökologie zeigt sich wiederholt, dass in Bezug auf Fleisch nicht einfach schwarz- bzw. weissgemalt werden darf, sondern eine differenziertere Betrachtung der doch sehr komplexen Thematik angezeigt ist. Gerade die Wiederkäuer, die wegen ihres Methanausstosses, aber auch ihres Wasserverbrauches oft im Fokus stehen, sind die einzigen Nutztiere, die Gras und Heu von den weltweit rund zwei Dritteln Grünflächen an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche zu Milch und Fleisch veredeln können. Aber auch die Nichtwiederkäuer wie Schweine und Geflügel sind gewichtige Verwerter von Nebenprodukten der Lebensmittelherstellung, sofern man deren Gebrauch überhaupt zulässt (vgl. tierische Eiweissträger, Schweinesuppen). Zudem stammen mittlerweile über 90% der in der Schweiz verfütterten Soja aus nachhaltigem Anbau. Gerne wird auch ausser Acht gelassen, dass eine intensive Produktion de facto ökologischer ist als eine extensive, fallen doch pro kg Zuwachs weniger Ausscheidungen in Form von Kot, Harn und Gärgasen an. Zu bedenken gilt es ferner, dass das Bevölkerungswachstum und der steigende Wohlstand wohl die Haupttreiber der ökologischen Belastung unseres Planeten sind – eine Tatsache, die gerne ausgeblendet wird. Es besteht daher auch Handlungsbedarf im Hinblick auf eine höhere Effizienz. In unserem Sektor muss demzufolge eine möglichst hohe Verwertung des Schlachtkörpers dem Grundsatz Food – Feed –­ Energy folgend das erklärte Ziel sein. Mit Trends wie Nose to Tail, Second Cuts oder auch Pulled Pork wurden bereits erste Schritte in diese Richtung eingeleitet. Mittel- bis längerfristig dürfte generell ein verantwortungsvoller Fleischkonsum im Vordergrund stehen, bei welchem nicht unbedingt die Menge, sondern der Genuss und die Qualität im Vordergrund stehen. Man darf schon jetzt gespannt sein, in welche Richtung die Entwicklung beim nachhaltigen Fleischkonsum schlussendlich gehen wird.

Ruedi Hadorn, SFF-Direktor

 
 
 
 
Elias Welti, Leiter Kommunikation und stv. Direktor SFF
 
 
 
 
 

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