Endlich offene Gräben zuschütten!

04.08.2021

Verfolgt man ab und zu die Medien und die Diskussionen in unserem Land, so fällt immer wieder auf, dass in regelmässigen Abständen die diversen Gegensätze in unserer Gesellschaft oft ganz nach Schwarz-Weiss-Manier dargelegt bzw. in der Öffentlichkeit gegen­einander ausgespielt werden.

Beispielhaft genannt seien hierfür der sprachbedingte Röstigraben, die Geschlechterfrage, die Unterschiede zwischen Berg und Tal, aber auch die oft dezidierten Haltungen zu den in unserem Sektor bekannten Themen wie Tierwohl, Nachhaltigkeit und Ernährung. Gerade in der letzten Zeit, auch mit Blick auf die vor kurzem verworfenen Agrarinitiativen, bricht vor allem ein Graben auf, nämlich derjenige zwischen Stadt und Land – eine durchaus reale Kluft, die leider oft mit diametral unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Positionen einhergeht. Dabei entsteht vielfach der Eindruck, dass in urbanen Gebieten der Bezug zum eigentlichen Ursprung unserer Nahrungs-mittel verloren geht und dieser stattdessen bereits durch mit idealisierten Werbe­bildern geförderte Vorstellungen als Teil einer gar künstlichen Welt abgelöst wurde. Auf der anderen Seite wird der ländlichen Bevölkerung ebenso oft ein fehlender Weitblick für die wirklichen Probleme unserer Welt unterstellt, indem sich diese nur auf die jeweils örtlichen Begeben-heiten fokussiere und alles andere ausser Acht lasse. In einer solchen Lage kommt man mit gegenseitigen Schuldzuwei-sungen bekanntlich nicht weiter; gefragt, ja vielmehr ein Muss, sind ein vermehrtes Aufeinanderzugehen mit Fakten, der gegenseitige ehrliche Austausch, verbunden mit der Bereitschaft zum aufmerksamen Zuhören, eine gehörige Portion an Toleranz und Respekt anstelle der gerade auch mit Corona vermehrt festzustellenden Dünnhäutigkeit usw.Nicht umsonst orientiert sich der SFF deshalb schon seit jeher am Grundsatz der Wahlfreiheit anstelle der Bevormundung. Schlussendlich entscheidend sind jedoch die Menschen, die hinter all den Entwicklungen stehen – und diese gilt es abzuholen! Dazu sind vor allem die persönlichen Kontakte vonnöten, für die gerade auch die Metzgereifachgeschäfte prä­destiniert sind. Nutzen wir also die guten Chancen des Neubeginns, die sich uns allen mit den Corona-Locke­rungen und den wieder möglichen Freiheiten hier und heute wieder bieten!

Ivo Bischofberger, Präsident
Ruedi Hadorn, Direktor

 
 
 
 
 

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