Aus dem Trott herauskommen

25.05.2022

«My home is my castle.»

Das englische Sprichwort bedeutet, dass das eigene Haus eine behagliche Burg und ein sicherer Hort sei. Mit definierten Grenzen und Abgrenzungen, die Klarheit schaffen. Das mag beruhigend sein, kann auf die Dauer aber auch langweilen oder gar zu einem Gefängnis werden. Warum also werfen wir nicht einmal einen Blick über den Zaun zum Nachbarn?

Das kann spannend sein und uns neue Perspektiven entdecken lassen. Denken Sie an einen Fleisch-­Sommelier, der noch nie Insekten gegessen hat. Oder an einen Gourmand, der ausnahmslos vegan lebt. Komische Paarungen sind dies, ja, das schon. Doch sie sind möglich und gar nicht so abwegig, wenn wir offen für anderes, Neues sind.

Das Beispiel des Fleisch-Sommeliers zeigt, was passiert, wenn sich Grenzen verschieben. Genuss ist längst nicht mehr die alleinige Domäne des Weinkenners oder des Schokoladeliebhabers. Das ABZ Spiez bietet bereits einen Diplomkurs für angehende Fleisch-Sommeliers an. Darüber hinaus hat sich in der Schweiz zudem ein Schinken aus gekonnter Metzgerhand seinen Platz gesichert, um die Gaumen von Herrn und Frau Schweizer zu verwöhnen: Die Metzgerei Giger aus Entlebuch hat mit dem zum «Regionalprodukt des Jahres 2022» ausgezeichneten Leckerbissen bewiesen, dass Innovation und gekonntes Handwerk zu grossem Ruhm verhelfen können. Es braucht nur Mut, innere Denkzäune einzureissen und neue Wege zu gehen.

Ist Ihnen das zu forsch? Wenn es Ihnen hilft, können Sie auch kleiner anfangen. Könnte es Ihnen vielleicht nützen, mal etwas anderes auszuprobieren? Zu welchem Schluss Sie auch kommen, vermeiden Sie stets, dass Ihre Burg plötzlich zum beengenden Gefängnis wird.

Reto Frick, Kommunikationsspezialist

 
 
 
 
 

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