Fleischverzicht – Wahlfreiheit auf eigenen Füssen gefragt!

22.03.2017

Gerade in letzter Zeit kontaktierten Medienschaffende den SFF mehrmals in der Meinung, dass sich dieser grundsätzlich gegen jegliche Fleischalternativen wie vegetarische bzw. vegane Produkte oder auch die neuaufkommenden Insekten- und Algenproteine stemme.

Dem ist klar nicht so, wurde doch seitens unseres Verbandes das Prinzip der Wahlfreiheit immer hochgehalten. Demnach ist es dem/der Einzelnen zu überlassen, was auf den Teller kommt. Dies auch im Bewusstsein, dass wir alle bestens wissen, was man ohne Fleischgenuss verpasst! Der SFF wehrt sich jedoch mit Vehemenz, wenn es darum geht, die Konsumentinnen und Konsumenten zu bevormunden bzw. für einzelne Ernährungsrichtungen auf politischer Ebene einseitige Vorzüge herauszuholen. Beispiele hierfür gibt es zuhauf, wenn man etwa an die fleischlosen Tage in den öffentlichen Kantinen der Stadt Lausanne, die kaum mehr präsenten Vegi-Tage in Lyss, aber auch die einzelnen Initiativen von Sentience Politics denkt. Auch in der Privatwirtschaft gibt es Bestrebungen, die fleischlose Ernährung mit Argumenten der Nachhaltigkeit, des Tierschutzes bzw. der Gesundheit zu fördern, während das vielerorts wohl relevanteste Argument, dasjenige der Menüpreise, elegant ausgeblendet wird. Vom Grundsatz her in einen ähnlichen Bereich zielen auch diejenigen Aktivitäten, den Vorgaben einzelner Glaubensminderheiten folgend Schweinefleisch generell von den Menükarten zu verbannen.
Spannend sind zudem die Bemühungen fleischloser Kreise, sich für die Benennung ihrer Produkte gezielt fleischspezifischer Begriffe zu bedienen. Dies kommt einem klaren Widerspruch in sich gleich, wie dies etwa der Begriff «Vegi-Metzg» schön zeigt. Gar grenzwertig wird es, wenn für fleischlose Produkte – meistens, aber nicht immer kombiniert mit den Begriffen «vegetarisch» bzw. «vegan» – geschützte Fleischbezeichnungen (z. B. IGP, traditionelle Bezeichnungen gemäss VLtH) oder auch Tierartenangaben verwendet werden. Wie bereits einleitend festgehalten, steht für den SFF – auch angesichts des seit Jahren stabil bleibenden Fleischkonsums und entgegen den neusten Absichten des Bundes – die Wahlfreiheit klar im Vordergrund. Keinesfalls vermessen ist hingegen seine Forderung, dass für fleischlose Produkte zwingend eigene Namenskreationen unter gleichzeitigem Verzicht auf fleisch­spezifische Begriffe vorzusehen sind.

Ruedi Hadorn, SFF-Direktor

 
 
 
 
Ruedi Hadorn, SFF-Direktor
 
 
 
 
 

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